Márta Minimair MSc


Dipl. Psychologin, Psychologie Lehrerin,
Maltherapeutin, Klinische Psychologin,
Suggestive Therapeutin

Allgemeines über klinische Psychologie und Psychologengesetz

Berufsbild und Tätigkeitsbereich

Die Klinische Psychologie ist ein Teilgebiet der Psychologie. Sie bedient sich klinisch-psychologischer Mittel auf Grundlage der psychologischen Wissenschaft. Die Klinische Psychologie umfasst

Insbesondere beschäftigt sie sich mit

Die genannten Tätigkeiten werden eigenverantwortlich ausgeführt, unabhängig davon, ob sie freiberuflich oder im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses erfolgen.

Aufgabenbereiche

Zum Aufgabenbereich der Klinischen Psychologie gehören

Diese beiden Bereiche stehen unter Tätigkeitsvorbehalt, da für deren Ausübung die fachliche Kompetenz der Klinischen Psychologin bzw. des Klinischen Psychologen unabdingbar ist. "Tätigkeitsvorbehalt" bedeutet, dass es einen generellen Ausschließungsanspruch auf die Ausübung von Tätigkeiten gibt, unabhängig davon, ob diese berufsmäßig oder nicht berufsmäßig ausgeübt werden. Andere als die im Gesetz genannten Personen sind von der einmaligen Ausübung einer in den Tätigkeitsvorbehalt fallenden Tätigkeit ausgeschlossen.

Weitere Aufgabenbereiche sind

Diese weiteren wichtigen Tätigkeitsbereiche in der Klinischen Psychologie unterliegen dem Berufsschutz. Im Unterschied zum oben genannten Tätigkeitsvorbehalt werden hier andere als die im Gesetz genannten Berufsberechtigten nicht schon von der einmaligen Ausübung einer in das Berufsbild fallenden Tätigkeit ausgeschlossen, sondern erst dann, wenn diese einzelne Tätigkeit oder auch mehrere oder alle Tätigkeiten des Berufsbildes berufsmäßig ausgeübt werden. Die "berufsmäßige Ausübung" ist die regelmäßige und in Ertragsabsicht ausgeübte Tätigkeit.

Informationen zum Psychologengesetz

Seit 1991 sind der Bereich der Klinischen Psychologie gesetzlich geregelt (BGB. Nr. 360 aus 1990). Aufgrund dieses Gesetzes gilt der Beruf des Psychologen als Freier Beruf, was u.a. bedeutet, dass von Psychologen nur wissenschaftlich geprüfte und anerkannte Methoden zur Anwendung gelangen dürfen. Der Titel des Klinischen Psychologen ist per Gesetz geschützt.

Wer sich also Psychologe nennt, muß ein Psychologiestudium absoviert haben. Klinische Psychologen haben nach dem Studium eine zusätzliche Ausbildung mit Praktikum absolviert und sind zur selbständigen Berufsausübung berechtigt.

Das Tätigkeitsfeld eines Psycholgen i.a. umfaßt die Untersuchung, Auslegung, Änderung und Vorhersage des Erlebens und Verhaltens von Menschen unter Anwendung wissenschaftlich- psychologischer Erkenntnisse und Methoden.

Die Aufgaben des Psychologen umfassen gemäß Psychologengesetz,

  1. die klinisch-psychologische Diagnostik normaler und pathologischer psychischer Funktionen hinsichtlich Leistungsfähigkeit, Persönlichkeitsmerkmale, Verhaltensstörungen, psychischer Veränderungen und Leidenszustände, sowie sich darauf gründende Beratungen, Prognosen, Zeugnisse und Gutachten.
  2. die Anwendung psychologischer Behandlungsmethoden, zur Prävention, Behandlung und Rehabilitation von Einzelpersonen und Gruppen sowie
  3. die Entwicklung gesundheitsfördernder Maßnahmen und Projekte.

Der Klinische Psychologe befaßt sich mit krankheitswertigen psychischen Störungen und den psychischen Aspekten somatischer Störungen. Die Tätigkeit ist eher dem kurativen Bereich zuzuordnen.

Berufspflichten

Deklarationspflicht:

Klinische Psychologen haben in ihrer Tätigkeit ihre Berufsbezeichnungen zu führen. Nur sie dürfen das auch. Ob solche Angaben stimmen und berechtigt sind oder nicht, kann man aus einer Liste des Bundesministeriums für Soziale Sicherheit und Generationen erfahren.

Aufklärungspflicht:

Aus der Sorgfaltspflicht ergibt sich für Klinische Psychologen die Verpflichtung den Klienten (oder den gesetzlichen Vertreter) Auskünfte über die Behandlung, insbesondere über Art, Umfang und Frequenz und dem Honorar zu erteilen.

Verschwiegenheitspflicht:

Klinische Psychologen sowie ihre Hilfspersonen sind zur Verschwiegenheit über alle ihnen in Ausübung ihres Berufes anvertrauten oder bekannt gewordenen Geheimnisse verpflichtet. Um Unsicherheiten darüber zu vermeiden, was unter einem Geheimnis im einzelnen genau zu verstehen ist, wäre es jedenfalls ratsam, gegenüber dem Psychologen bekannt zu machen, was tatsächlich konkret unter einem Geheimnis in der Behandlung zu verstehen sei. Eine Entbindung von der Verschwiegenheitspflicht ist in keinem Falle möglich, also auch nicht durch Gerichte und auch nicht vom betroffenen Klienten selbst. Von der Zeugenpflicht können sich Psychologen nach § 152 der StPO aufgrund ihrer Tätigkeit ebenfalls entschlagen.

Dokumentationspflicht:

Psychologen haben über ihre Klienten eine Dokumentation zu führen. Mangels genauer gesetzlicher Bestimmung hat diese Dokumentation solche Inhalte zu umfassen, welche der Arzt in seiner Krankengeschichte ebenso zu führen hat. Dies sind im allgemeinen mindestens Personaldaten, Vorgeschichte, Diagnose, Krankheitsverlauf sowie Art und Umfang der diagnostische, beratenden und therapeutischen Leistungen. Diese Dokumentation sind vom Psychologen 10 Jahre lang aufzubewahren.

Weiterbildungspflicht:

Klinische Psychologen haben ihren Beruf nach bestem Wissen und Gewissen und unter Beachtung der Entwicklung der Erkenntnisse der Wissenschaft auszuüben. Diesem Erfordernis ist insbesondere durch den regelmäßigen Besuch von in- und ausländischen Fortbildungsveranstaltungen zu entsprechen.

(Bundesministerium für Gesundheit)